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Rope Flow Basic: Kraftübertragung verbessern – warum sich dein Flow manchmal unrund anfühlt

Chris Eidmann beim Core Flow  Schrittstellung mit deutlicher Beckenrotation zur Verbesserung der Kraftübertragung

Im letzten YouTube-Video ging es um Kraftübertragung und darum, warum wir uns im Flow manchmal selbst im Weg stehen. Hier möchte ich das Thema noch einmal etwas anders aufgreifen weniger über konkrete Übungen, sondern über eine Beobachtung, die mir im eigenen Training und in Workshops immer wieder begegnet.


Manchmal fühlt sich ein Flow nicht ganz rund an. Die Muster sind da, die Hände wissen, was sie tun, das Seil läuft im Rhythmus und trotzdem fehlt etwas. Es ist kein klarer Fehler, nichts, was sofort ins Auge fällt. Aber im Gesamtgefühl merkt man: Da geht noch mehr.


Warum die Position des Beckens den Flow verändert


Ein Punkt, der dabei häufig eine Rolle spielt, liegt in der Rotation. Genauer gesagt in dem Moment, in dem wir aus dem Parallelstand in eine Schrittstellung drehen – zum Beispiel beim Wechsel zwischen Overhand und Underhand. Die Bewegung beginnt sauber, der Oberkörper dreht, das Seil läuft weiter. Doch das Becken dreht oft nicht vollständig mit. Es bleibt leicht versetzt stehen, manchmal nur ein paar Grad, manchmal etwas mehr.


Das wirkt unscheinbar, hat aber Auswirkungen. Wenn das Becken nicht wirklich in die Richtung mitdreht, in die wir flowen, wird die Kraft nicht klar durchgeleitet. Sie bleibt eher im Oberkörper hängen. Gleichzeitig wird es schwieriger, das Seil sauber von links nach rechts zu führen. Durch die Position des Beckens kann sich auch der Oberkörper nicht vollständig mit ausrichten. Die Arme versuchen das auszugleichen, und genau dadurch entsteht das Gefühl, dass man sich selbst im Weg steht. Die Kraft läuft nicht neben dem Körper, sondern eher diagonal durch ihn hindurch – und das macht die Bewegung weniger stimmig.


Gerade in Underhand-Mustern wird das häufig deutlicher. Weil die Hand beim Wechsel näher an der Hüfte ist, zeigt sich schneller, ob die Rotation wirklich durchläuft oder nur angedeutet wird. Overhand verzeiht an dieser Stelle etwas mehr.


Wenn das Becken jedoch vollständig mitgeht, verändert sich das Gefühl spürbar. Die Bewegung wird nicht größer oder schneller, aber klarer. Die Füße sind deutlicher beteiligt, der Oberkörper steht der Bewegung nicht mehr im Weg, und das Seil kann freier neben dem Körper laufen. Gleichzeitig entsteht mehr Dynamik – nicht, weil mehr Kraft eingesetzt wird, sondern weil Becken und Oberkörper die Bewegung unterstützen, statt sie zu bremsen.


Was Kraftübertragung im Rope Flow bedeutet


Kraftübertragung im Rope Flow bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, zusätzliche Spannung aufzubauen. Es geht vielmehr darum, die vorhandene Bewegung nicht zu unterbrechen. Von den Füßen über die Hüfte bis in die Schultern – und wieder zurück. Wenn ein Abschnitt dieser Linie nicht vollständig mitgeht, geht Energie verloren. Das spürt man selten isoliert, sondern im Gesamtgefühl des Flows.


Warum das auch für Laufen, Werfen und Training relevant ist


Und das betrifft nicht nur Rope Flow. Im Laufen zeigt sich ein ähnliches Prinzip: Wenn die Rotation in der Hüfte nicht sauber durchläuft, wird der Schritt kleiner oder schwerer als nötig. Beim Werfen wird es noch deutlicher. Wer nur aus dem Arm arbeitet, verliert Kraft und Kontrolle. Erst wenn die Bewegung aus dem ganzen Körper kommt, wird sie effizienter. Auch im therapeutischen Kontext oder im allgemeinen Training stellt sich immer wieder die gleiche Frage: Werden Bewegungen so ausgeführt, dass Kräfte sich übertragen können – oder arbeiten einzelne Bereiche isoliert voneinander?


Je klarer diese Verbindung wird, desto ökonomischer fühlt sich Bewegung an. Nicht, weil man stärker geworden ist, sondern weil weniger Energie verloren geht.


Vielleicht nimmst du beim nächsten Training nur diesen einen Punkt mit: Dreht dein Becken wirklich in die Richtung, in die du flowst? Oder bleibt es ein Stück zurück? Mehr braucht es zunächst nicht.


Wenn du das Thema weiter erkunden möchtest, findest du im verlinkten Video konkrete Übungen zur Kraftübertragung.

 

Im Core in Motion Online-Kurs gehe ich noch einen Schritt weiter und arbeite genau solche Prinzipien systematisch durch nicht nur im Rope Flow, sondern als Grundlage für Bewegung insgesamt.

 

Liebe Grüße

Chris




 
 
 

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