Rope Flow Basics: Arbeiten mit der Schwerkraft
- Christian Eidmann

- 31. Jan.
- 3 Min. Lesezeit

Nach längerer Zeit möchte ich in meinen Blogs wieder etwas mehr auf die Basics eingehen.
Nicht, weil keine neuen Ideen da wären sondern weil Grundlagen am Ende immer den Unterschied machen und wichtig sind.
Sie entscheiden darüber, wie sich Bewegung anfühlt:
ob sie locker ist, leicht, oder ob sie schwer wird und sich vielleicht nicht gut anfühlt.
Ich merke im eigenen Training, aber auch in Workshops immer wieder:
Manche Themen brauchen einfach mehr Zeit.
Und sie werden oft erst dann wirklich verstanden, wenn man beginnt, sie zu vertiefen – auch, weil wir am Anfang dazu neigen, auf zu viele Dinge gleichzeitig achten zu wollen.
Das erste Prinzip – oder Basic, wie man es nennen will – für diese kleine Blog-Reihe ist deshalb:
das Arbeiten mit der Schwerkraft.
Schwerkraft nicht bekämpfen – sondern nutzen
Gerade zu Beginn fällt es uns im Rope Flow oft schwer, Spannung auch wieder zu lösen.
Wir versuchen, Bewegung zu stark zu kontrollieren – und genau dadurch verliert sie ihre Leichtigkeit.
Effiziente Bewegung erkennt man häufig daran,
dass jemand in der Lage ist, Spannung aufzubauen und sie wieder loszulassen.
Stattdessen spannen wir an, halten, kontrollieren –
und wundern uns dann, warum sich alles so schwer anfühlt.
Wenn wir beginnen, mit der Schwerkraft zu arbeiten, wird Bewegung oft spürbar leichter.
Nicht im Sinne von „nicht anstrengend“,
sondern im Sinne von natürlicher, vielleicht auch etwas weicher.
Aber warum ist das so?
Impuls statt Dauerspannung
Die Schwerkraft ist immer da. Wir können sie also auch nutzen, um für uns zu arbeiten.
Im Prinzip bedeutet das:
Wir setzen einen Impuls dann, wenn das Gewicht mit der Schwerkraft arbeitet.
Konkret heißt das zum Beispiel:
Wenn Arm oder Seil Richtung Boden „fallen“, geben wir einen kleinen Impuls.
Der Vorteil daran ist, dass wir weniger Kraft aufbringen müssen.
Wir nutzen die Schwerkraft, um Bewegung zu beschleunigen, sodass genug Energie da ist, wenn sich Arm oder Seil wieder gegen die Schwerkraft nach oben bewegen.
Genau hier liegt für mich ein zentraler Punkt:
Wenn wir lernen, mit Impulsen zu arbeiten – im richtigen Moment braucht es insgesamt weniger Kraft.
Der Weg nach oben kostet weniger Energie, wenn wir vorher zugelassen haben, dass etwas fallen darf.
Auch ohne Seil: Schwerkraft spüren lernen
Hilfreich kann es sein, zuerst nur mit den Armen zu arbeiten.
So verlagern wir den Fokus darauf, was passiert und wie es sich anfühlt –
ohne den zusätzlichen „Druck“ von außen, das Seil im Schwung halten zu müssen.
Der Fokus liegt dabei nicht auf dem Arm selbst,
sondern auf dem Gewicht in der Hand.
Die Idee ist simpel:
Die Hand darf schwer sein
Der Arm darf schwingen
Der Körper organisiert sich darum herum selbst
Statt ständig zu überlegen, was der Arm macht, geht es darum zu spüren:
Wann fällt die Hand einfach
Wann braucht es einen kleinen Impuls
Und wann darf ich wieder loslassen
Wenn die Hand fällt, arbeitet die Schwerkraft für uns. Der Arm folgt dieser Bewegung fast automatisch. Wir geben nur dort Energie hinein, wo sie gebraucht wird nicht dauerhaft, nicht mehr als nötig.
Warum ich im Rope Flow dafür gerne den Propeller nutze
Eine Bewegung, die ich dafür sehr gerne nutze, ist der Propeller.
Man kann ihn vor dem Körper ausführen, aber auch seitlich.
Nicht, weil er spanned ist, sondern weil er sich gut eignet, um sich Schritt für Schritt an dieses Prinzip heranzutasten.
Dafür kann man das Seil auch einfach nur in eine Hand nehmen, mit dem Schwung arbeiten und hineinfühlen.
Im Propeller können wir:
die Vertikalisierung nutzen
uns mitbewegen
Lockerheit in den Körper bringen
Und uns ganz bewusst fragen:
Was passiert, wenn ich nicht alles festhalte?
Was passiert, wenn ich mich führen lasse?
Vom Körper zum Seil – und weiter in den Alltag
Dieses Prinzip überträgt sich ganz natürlich auf das Seil.
Das Seil verstärkt das Feedback und macht Abläufe sichtbarer und spürbarer.
Aber eigentlich geht es um mehr als Rope Flow.
Es geht um Bewegung insgesamt. Und letztlich auch um den Alltag:
Stehen, Gehen, Drehen, Tragen.
Wenn du lust hast das ganze nicht nur zu lesen. Schau dir einfach mein Youtube Vidoe zu dem Thema an.



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