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Wenn Bewegung zur Aufgabe wird - Warum ein anderer Blick auf Bewegung manchmal hilft


Vielleicht hilft es, Bewegung einmal nicht als etwas zu sehen, das man richtig oder falsch macht.


Sondern als etwas, das man erlebt.


Viele Zugänge zu Bewegung sind stark von außen geprägt. Es gibt klare Vorstellungen davon, wie Training aussehen sollte, was sinnvoll ist, was effektiv ist, was zählt. Struktur, Wiederholungen, Pläne, Programme. Das kann hilfreich sein besonders dann, wenn man etwas lernen oder aufbauen will.


Aber all das beantwortet vor allem eine Frage:

Was soll ich tun?


Eine andere Frage bleibt dabei oft unbeachtet:

Wie fühlt sich das an, was ich tue?


Statt Bewegung nur als „Aufgabe“ oder als eine Art To-do zu sehen, könnte man sie auch als Beziehung zu sich selbst und zum eigenen Körper betrachten. Nicht im romantischen Sinn, sondern ganz praktisch.


Eine Beziehung entsteht nicht dadurch, dass man alles richtig macht, sondern dadurch, dass man merkt, was im eigenen Körper passiert, während man sich bewegt. Ob man präsent bleibt oder innerlich abschaltet. Ob man Kraft durch den Körper führt, der Körper zusammenarbeitet oder man nur Bewegungen abspult. Genau dieser Unterschied zeigt sich auch in Bewegung.


Das heißt nicht, dass plötzlich alles beliebig wird oder dass Struktur keinen Platz mehr hätte. Struktur kann hilfreich sein, gerade dann, wenn man etwas lernen oder aufbauen möchte. Wobei hilfreich hier nicht heißt, dass sie alles vorgeben muss, sondern dass sie Orientierung gibt.


Vielleicht zeigt sich dieser Unterschied gar nicht so groß, sondern eher darin, wie sich Bewegung anfühlt, wenn man sie regelmäßig macht. Ob sie etwas ist, das man innerlich abhakt – oder etwas, das man einfach gerne tut.


Dranbleiben entsteht dann oft weniger aus Disziplin als aus Resonanz. Aus dem Gefühl heraus: Ich mache das wirklich für mich, weil man merkt, dass es einem etwas gibt.


Das kann bedeuten, Dinge auch mal anders zu kombinieren. Nicht maximal effizient, nicht perfekt geplant und nicht lehrbuchgerecht sondern so, dass es für einen selbst passt und Sinn ergibt. Was für andere funktioniert, kann hilfreich sein, muss aber nicht automatisch das Richtige für einen selbst sein. Und umgekehrt gilt das genauso.


Körper sind unterschiedlich.

Alltage sind unterschiedlich.

Und Bewegung reagiert darauf vielleicht sogar öfter, als man denkt.


Vielleicht geht es deshalb weniger darum, die eine richtige Form von Training zu finden. Und mehr darum, wieder bewusster wahrzunehmen, wie man sich bewegt und warum man bestimmte Dinge überhaupt tut. Nicht als ständige Kontrolle, sondern eher als Orientierung. Als eine Art innerer Kompass.


Nicht als etwas, das man abhakt.


Und vielleicht entsteht aus diesem Umdenken ganz von selbst eine andere Beziehung zur Bewegung. Eine, die weniger festlegt und mehr Raum lässt für das, was gerade da ist.

 
 
 

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